
Die Blutegeltherapie ist nicht nur eine anerkannte und traditionelle Therapie in der Humanmedizin, die schon 500 v. Chr. angewandt wurde, sondern auch eine erfogreiche Therapie in der Tiermedizin.
Die heilende Wirkung des medizinischen Blutegels erfogt über seinen Speichel bzw. der darin enthaltenen medizinisch wirksamen Substanzen, die in die Bisswunde abgegeben werden. Die Wirkstoffzusammensetzung des Blutegelspeichels ist ein einzigartiges Wunder der Natur. Der bekannteste Wirkstoff ist das gerinnungshemmende Protein Hirudin, das die Blutgerinnung hemmt. Das Calin sorgt für eine Gerinnungshemmung, die für die Nachblutung sorgt und damit der Wundreinigung dient. Sowohl das Bdellin läßt die Gerinnung hemmen als auch das Eglin, das außerdem entzündungshemmend wirkt. Die Thrombozytenaggregation wird durch die Apyrase gehemmt. Die Hyaluronidase beschleunigt den Lymphstrom und erweitert die Gefäße. Noch weitere wirksame Bestandteile des Speichels sind bekannt. In seiner Gesamtheit wirkt der Speichel des Blutegels gerinnungs- und entzündungshemmend, fibrinlösend, antibiotisch, lymphstrom- und blutflußbeschleunigend.
Die Behandlung Ihres Tieres dauert zwischen 60 und 90 Minuten. Dabei saugt sich der Blutegel an der Haut fest und sägt sich dann mit seinen Kalkzähnchen in die Haut. Den Biss des Blutegels, der nahezu schmerzfrei ist und eher wie ein Mückenstich wahrgenommen wird, tolerieren die Tiere gut. Anschließend leitet der Blutegel die Wirkstoffe seines Speichels beim Saugen in das Gewebe ein und fällt nach Abschluß des Saugvorganges von alleine ab. Die kleine Bisswunde, die durch den Wirkstoff Calin offen gehalten wird, blutet 4 bis 12 Stunden nach.
Indikationen für eine Blutegeltherapie bei Großtieren:
- Arthritis / Arthrose (z.B. Spat, Schale)
- Huf- / Klauenerkrankungen (z.B. Rehe, Mortellaro, Hornfäule, Hufkrebs)
- Erkrankungen des Bänder- und Sehnenapparates (z.B. Sehnen- und Sehnenscheidenentzündungen, Fesselträgerentzündungen, Patellaluxation)
- Gallen (auch Piephacke, Nackenbeule etc.)
- Hufrollenproblematik ( Podotrochlose – itis)
- Wirbelsäulenerkrankungen (Spondylose, Kissing Spines)
- Ataxien (Störungen der Bewegungskoordination)
- Lumbago (Kreuzverschlag)
- Myogelosen (Muskelverhärtungen) und Myagien (Muskelschmerz)
- Druckstellen (Sattel-, Geschirrdruck)
- Ekzeme (z.B. Sommerekzem, Mauke)
- Phlegmone (Einschuss)
- Abszesse
- Mastitis (Euterentzündungen)
- Wundheilungsstörungen
- Narbenproblematik (auch post-OP)
- Hämatome (Blutergüsse)
- Venenerkrankungen (Thrombose, Thrombophlebitis)
- Lymphangitis
Indikationen für eine Blutegeltherapie bei Kleintieren:
- Arthritis / Arthrose
- Gelenkfehlbildungen (Dysplasien wie HD, ED)
- Erkrankungen des Bänder- und Sehnenappartes
- Wirbelsäulenerkrankungen (Spondylosen, Diskopathien, Cauda equina u.a.)
- Neuritiden (Nervenreizungen, -entzündungen z.B. Ischialgie)
- Lumbago
- Myogelosen (Muskelverhärtungen)
- Ekzeme (Auch Leck-, Ohr-, Zwischenzehenekzem)
- Abszesse
- Mastitis (Gesäugeentzündungen)
- Wundheilungsstörungen
- Narbenproblematik (auch post-OP)
- Hämatome
- Venenerkrankungen (Thrombose, Thrombophlebitis)
- Lymphangitis (Lymphbahnenentzündungen)
- Zahn- und Kiefererkrankungen
